Am Sonntag, 23. Oktober 2011 früh morgens, als alle anderen Schüler der Realschule Neckargemünd noch schliefen, startete unser "Schullandheimaufenthalt" mit einer Zugfahrt nach Berlin. Nach dreimaligem Umsteigen, in Heidelberg, Mannheim und Hannover und einer sechsstündigen Fahrt, waren wir dann auch schon in unserer schönen Hauptstadt angekommen. Kaum am Bahnhof angelangt, wartete auch schon ein Bus auf uns, von Herr Schalich und Frau Dobhan organisiert, der uns innerhalb von zwei Stunden Berlin näher bringen sollte. Am Ende der Busfahrt waren wir grob informiert und wurden vor unserem "All in Hostel" im Stadtteil Friedrichshain abgesetzt. Nachdem wir unsere Zimmer zugewiesen und bezogen hatten, machten sich alle für das im Freidrichstadtpalast laufende Musical "Yma" fertig.

Als wir dann alle, sehr schick angezogen im Friedrichstadtpalast saßen und uns eine Show mit bewundernswerten Darstellern anschauen konnten, die tanzten, turnten, halsbrecherische Kunststücke machten, sich im Wasser räkelten und gleichzeitig mit toller Musik begleitet wurden, waren wir alle sehr begeistert. "Yma" war im Nachhinein auch eines der absoluten Highlights von Berlin. Nach dem Musical besuchten wir noch das beleuchtete Brandenburger Tor.

 Unsere Studienreise nach

 

Am nächsten Tag besuchten wir das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Nach einem einführenden, informativen Film über die schrecklichen Geschehnisse rund um das Gefängnis, bekamen wir eine Führung von einem Zeitzeugen. Dieser konnte uns alles sehr gut erklären und die damalige Situation u.a. durch persönliche Erlebnisse erstaunlich nahe bringen. In zwei Gruppen aufgeteilt besichtigten wir auch den Keller, in dem sich die Folterzellen befanden. Nach diesem nachdenklich machenden Besuch im Stasi-Gefängnis brauchten wir alle eine kleine Pause zur Stärkung, die wir am Alexander Platz machten.

Weiter ging es mit Schülerreferaten am und um den Alexander Platz sowie einem Sparziergang "Unter dem Linden", der am Brandenburger Tor und mit einem kurzen Besuch des Holocaustdenkmals endete. Zum Abschluss des Tages gingen wir noch in das Museum "Story of Berlin" und besichtigten dort auch einen Atomschutzbunker.

Einen Tag danach hatten wir eine Führung beim Mauerdenkmal in der Bernauer Straße. Hier wurde uns nicht nur alles zur die Mauer erklärt, sondern auch mit tatsächlichen Geschichten erzählt und auch Überreste der Mauer gezeigt. Danach hatten wir einen Gesprächstermin mit einem weiteren Zeitzeugen, Herr Neumann, der zu Mauerzeiten aus dem Osten in den Westen geflohen ist und dann einer der Tunnelgräber war. Von seinen spannenden Erzählungen, Erklärungen und Antworten auf unsere Fragen, waren alle sehr gefesselt. Mit einem großen Dankeschön verabschiedeten wir uns von ihm.

Als nächster Programmpunkt folgte dann noch die Besichtigung des Pergamonmuseums. Hier hatten wir Glück und konnten das Panorama der antiken Metropole besichtigen, das nur vorrübergehend vor dem Museum stehen wird.

Abends freuten wir uns alle auf die Disco "Matrix", die ein weiterer Höhepunkt Berlins war.

Zur Hälfte unseres Landschulheims besuchten wir zuerst den Checkpoint Charlie und als Haupttagesprogrammpunkt den Bundestag. Zunächst durften wir an einer Plenarsitzung teilnehmen, wo wir auch Frau Merkel live miterleben konnten. Danach hatten wir ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin von Herrn Niebel, da dieser aufgrund der Sitzung leider nicht anwesend sein konnte. Ihm und der FDP möchten wir dieser Stelle für die Einladung danken.

Anschließend besichtigten wir die Reichstagskuppel, von der wir einen guten Ausblick auf Berlin hatten. Da inzwischen später Nachmittag war konnten wir das Essen im Abgeordnetenhaus kaum noch erwarten, bei dem wir den schönen Ausblick auf die Spree genossen.

Der vorletzte Tag unserer Berlinreise begann schon früh mit einem Sparziergang an der East Side Gallery. Weiter ging es für einen Teil der Klasse bei Madame Tussauds. Die restlichen Schüler konnten sich in beliebigen Museen umschauen und danach ihre Freizeit selbst gestalten. Im Hostel sollten wir allerdings wieder rechtzeitig sein, um unsere Zimmer aufzuräumen, da am nächsten Tag schon die Heimfahrt anstand. Für den restlichen Abend konnten wir uns zwischen einem weiteren Abend in der Disco oder einem gemütlichen Abend im Hostel entscheiden.
Der Tag sollte allerdings auch nach der Disco nicht zu Ende sein, denn Jana wurde sechzehn und das musste natürlich gefeiert werden. Also saßen wir noch alle zusammen in einem kleinen Lokal, in dem wir auf sie mit alkoholfreien Cocktails anstießen. So endete der letzte Tag unseres Berlinaufentahlts mit sehr guter Stimmung.

Nach einer kurzen Nacht mussten wir uns freitagsmorgens schon früh auf den Weg machen um unseren Zug rechtzeitig zu erreichen. Die Heimfahrt war noch sehr amüsant und man konnte erkennen, dass viele Berlin mit einem lachenden und einem weinenden Auge hinter sich ließen.

Lena Jungmann, Lucas Bergsträsser
& Franziska Knauf